Beispiel Hopfen. Ohne Durchlaufen einer Kälteperiode verweigert die Saat ihre Keimung. Was nutzt es zum Überleben, wenn "meine" feinen Körner bereits dann keimen, wenn die Voraussetzungen für ein wohliges Gedeihen nicht gegeben sind, fragt sich die Pflanze. Und so hat sie sich in ihrer Ausbildung veranlagt. Wer also im Oktober Hopfensamen sammelt, kann sie nicht gleich erfolgreich aussäen.

Die sog. "Samenruhe" hat sich bei den verschiedenen Pflanzenarten unterschiedlich ausgeprägt. Zahlreiche Samenarten benötigen aber die Kälteperiode, bevor die Keimruhe überwunden wird. Werden dann Samen künstlich diesen Bedingungen ausgesetzt, ist von Stratifikation die Rede.

Vor einer jahreszeitbedingt verfrühten Aussaat wird das Saatgut eines Kaltkeimers daher "stratifiziert". Dies geschieht durch Aufbewahrung für - artabhängig- bestimmte Zeit in einen Kühlschrank, mnachmal sogar Gefrierfach. Dadurch kann auch unter geschützten Bedingungen warm überwintertes Saatgut zur Keimung geführt werden.