Der Begriff Vernalisation, aus lat. vernalis = frühlingshaft, wird für die Bewirkung des Übergangs von der vegetativen in die generative Entwicklungsphase, also des Schossens und Blühens bei Pflanzen nach eine (längeren) Kälteperiode im Winter verwendet. Die konkreten Umstände für den Eintritt des Effekts variiert bei den einzelnen Pflanzenarten und -sorten.

Für die Gemüseproduktion folgt aus dem Bedürfnis nach einem bestimmten Kältereiz für insbesondere bestimmte Kohl-, Salat(im weiteren Sinne)Sorten ein zielgerichtetes gärtnerische Verhalten. Für solches Gemüse, bei dem Pflanzenteile in der vegetativen Phase geerntet werden, werden beispielsweise die besonderen Temperaturumstände nach der Aussaat von besonderer Relevanz für die zeitliche Länge der Ernteperiode. Wird auf die Blüte Wert gelegt, wie beispielsweise beim Blumenkohl oder Brokkoli, so kann sich die Größe und Stärke der Blütenorgane nach der Länge der vegetativen Wachstumsphase richten. Damit legen sich, je nach äußeren Bedingungen, bestimmte Jahreszeiten für die Aussaat und den Anbau nahe.

Die Vernalisation, für den Gärtner - nicht nur unter Berücksichtigung seines Ertragsinteresses - ein wichtiges Charakteristikum von bestimmten Pflanzenarten und -sorten für den Umgang mit der Kulturführung.