Bei den Samenpflanzen wird davon ausgegangen, dass die Entwicklung der Pflanze mit der Befruchtung und des folgenden Heranreifens des Embryos zum Samen auf der Mutterpflanze beginnt. Mit der Abtrennung des Samens von der Pflanze und mit dem Erreichen der Keimbereitschaft ist die Voraussetzung geschaffen für das Aufleben einer Jungpflanze. Keimt der Samen und findet ein Substrat für weiteres Wachstum beginnt mit der Entfaltung des Keimblatts oder der Keimblätter die vegetative Phase des Pflanzenwachstums. Zumeist folgt dann die Ausentwicklung von (sog. Laub-)Blättern als seitliche Auswüchse an den Knoten der Sprossachse. Bei den meisten Pflanzen in einem Stadium der Unfruchtbarkeit. Der Übergang vom vegetativen in die generative Entwicklungsphase erfolgt mit der Blüten-, bzw. Blütenstandsanlage. Mit dem Blühbeginn und der Befruchtung schließt sich der Kreislauf.

Die Art und Weise und der zeitliche Verlauf der einzelnen Wachstumsphasen ist von den speziellen insbesondere genetischen Eigenschaften des Saatguts der Pflanze und von den konkreten Umweltbedingungen für die Pflanze abhängig. Intensität und periodische Dauer der Belichtung, Umgebungstemperaturen der Luft und des Substrats in denen die Pflanze wurzelt, sowie weitere chemische, physische und biologische Umgebungsfaktoren, bestimmen über den Lebensgang der Pflanze.

Das natürliche gärtnerische Zusammenleben zwischen Mensch und Pflanze basiert auf der Kenntnis dieser Vorgänge. Er hat dabei im Sinn sich einerseits zu seiner Ernährung an Pflanzenteilen zu bedienen, andererseits Sorge dafür zu tragen, dass nicht nur Samen erwachsen, sondern diese auch guten Boden für das Heranwachsen der nächsten Generation finden.