Sortenbezeichnungen erfolgen regelmäßig als Ausdruck der Benennung einer bestimmten Züchtung einer Pflanzenform unterhalb einer Pflanzenspezies. Die botanische Taxonomie, als die biologisch-systematischen Bezeichnungsstrukturen für Pflanzen, legt auf Benennung konkreter Evolutionsentwicklungsstufen Wert. Sie unterscheidet so auch noch bei den Pflanzenarten in Unterstrukturen. Anders bei Sortenbezeichnungen. Sie stellen in der Regel lediglich einen Bezug zur Pflanzenspecies her und hüllen sich im Weiteren zumeist in Dunkelheit. Mit blumiger Sortenbezeichnung versehenes Saatgut mangelt es zumeist an Information über die Entwicklung der Pflanze hin zur konkreten Form. Dies oftmals mit der Begründung eines bestimmten Geheimhaltungsinteresses.
Diese Geheimnistuerei ist gesetzlich gedeckt. Offenbarungspflichten nur wenige. Sie ermöglichen keine wahrlich informierte Entscheidung über den Erwerb oder Nichterwerb. Da werden "F1-Hybride" ausgewiesen. Schon was das heißt, kann nicht zwingend zum Allgemeinwissen gezählt werden. Was sich hinter "Hybridzucht" und "CMS-Zucht" verbirgt ist, bedarf für die meisten der vertiefenden Recherche. Was sich dann aber dahinter tatsächlich aufdeckt, könnte nicht nach jedermans Geschmack sein.
Auch zu sog. "Samenfesten Sorten" fehlt es manchmal an wichtigen Details. Dass vieles "samenfestes Saatgut" aus Monokulturen im geschlossenen Treibhaus gewonnen wird, muss nicht ausgewiesen werden. So entsteht zwar "sortenreines" Saatgut. Dieses aber entspringt so nicht solchen Umständen, in die es als Saatgut eingeführt werden soll. In den eigenen ungeschützten Gemüsegarten, der den natürlichen saisonalen Schwankungen unterliegt. So erhielt der Gärtner zwar "Sortenreinheit", damit manchmal aber nicht die erwartete Widerstandsfähigkeit der Pflanzen für seinen Naturgarten.
Der Blick über den Tellerrand von gut gemeinten Regularien, aber damit nicht gut bewirkten tatsächlichen Umständen hinsichtlich käuflich erwerblichen Saatguts legt eine differenzierte Bestandsaufnahme nahe, bei der der Wert der Diversität von Pflanzenformen und Transparenz hinsichtlich dieser einen tragenden Wert beigemessen werden sollte. Bis dies wirkt, verbleibt dem Gärtner, der genauer wissen will, was er tut, das Obligo hinsichtlich seines Pflanzenwissens tiefer zu graben und damit sein Verhalten der kritischen Reflexion zu unterziehen.